Im gesamten Jahr 1996 ordnete sich das Vereinsleben der Bezirksgruppe (BG) Dresden nur einem Thema unter, der Organisation des 30. Europatreffens. Zum ersten Mal in seinem 10-jährigen Bestehen war der Klub der Großen in Deutschland e.V. Organisator dieses traditionsreichen Treffens.
Etwa 50% der Mitglieder unserer BG waren vor und während der Veranstaltung im Einsatz. Vorsitzender Maik H. hielt alle Fäden in der Hand und unterschrieb, seinen Helfern blind vertrauend, alle Verträge, die man ihm vorlegte. Wir waren alle keine Profis auf diesem Gebiet und haben dieses Treffen in unserer Freizeit organisiert, was uns nicht daran hindern sollte, ein facettenreiches Programm mit hohem Niveau auf die Beine zu stellen. In den letzten Wochen vor dem Europatreffen trafen wir uns zwei- bis dreimal wöchentlich. Neben der vielen Arbeit nahmen wir uns aber auch mal Zeit für Bowling oder einen gemeinsamen gemütlichen Abend. Da wir uns die Organisation eines perfekten Europatreffens auf die Vereinsfahne geschrieben hatten, gab es für alle Mitglieder des Org-Teams fachkundige Einweisungen in die Stadtführung und für die Festung Königstein. Es wurden aufopferungsvoll verschiedene Mittagessen uneigennützig probiert und ausgewählt, andere legten mit der Stoppuhr in der Hand sämtliche Wegstrecken zurück, um einen genauen Zeitplan aufzustellen.
Dann war es endlich soweit. Zum Vorprogramm erwarteten wir über 200 Lange. Um allen Teilnehmern das richtige Bett und den richtigen Platz im Bus zuzuweisen, hatten wir auf dem Dresdner Hauptbahnhof unsere Schaltzentrale eingerichtet. Peggy H. hatte den Computer sehr gut im Griff, und da das Org-Team Einheits-T-shirts trug, waren wir für alle Gäste immer und überall erkennbar.
| 23 KB | Die Schaltzentrale |
Montag, 5.5.1997
Zum Vorprogramm waren wir mit fünf Bussen unterwegs. Jeder Bus unterlag der Verantwortung von zwei kompetenten, gut vorbereiteten Betreuern, die darauf bedacht waren, dass am Abend genauso viele den Bus verließen, wie am Morgen eingestiegen sind. Der erste Tag führte uns nach Pillnitz, wo uns eine zweistündige Führung rund um das Barockschloss erwartete. Zum Mittagessen ging es in den sächsischen Landgasthof nach Weißig und danach weiter in die Sächsische Schweiz. Auf der Bastei hatte man Zeit für ein Eis und einen Kaffee. Dann ging es zu Fuß hinunter nach Rathen. In Rathen erwarteten uns zwei kleine Dampfer, die uns sicher nach Dresden zurück brachten.
Die Abende verbrachte jeder nach seinen Interessen. Von der Cocktailbar bis zur Diskothek wurde nichts ausgelassen, dabei bekamen die meisten etwas zu wenig Schlaf.
| 34 KB | Im Schlosspark von Pillnitz | |
| 36 KB | Auf der Bastei |
Dienstag, 6.5.1997
Wer am Dienstag am Programm teilnehmen wollte, musste früh aus den Federn, denn bereits 7:30 Uhr starteten die Busse Richtung Spreewald. Wir waren pünktlich im Hafen von Lübbenau. Von hier aus ging es mit den Kähnen weiter. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, 200 Leute in die Boote zu stapeln, legten wir eine schöne Fahrt zur Quappenschänke zurück, wo wir bereits mit Salz und Brot zum Mittagessen erwartet wurden. Nach dem Essen blieb noch genug Zeit für einen Besuch im Bauernmuseum, eine Gurkenverkostung, Souvenirs und Postkarten. Am Abend haben wir alle trocken in Dresden wieder abgeliefert.
| 83 KB | im Spreewald |
Mittwoch, 7.5.1997
Wieder waren alle pünktlich an Ort und Stelle. Inzwischen weiß jeder, wann er wo zu sein hat. Am heutigen Tag stand der Besuch von Meißen auf dem Programm. In der Manufaktur nahmen wir an einer Führung durch die Schauwerkstätten teil und konnten auserlesene Stücke Meißner Porzellans bewundern. Ein Dombesuch durfte natürlich nicht fehlen. Nach der Besichtigung fuhren wir nach Diesbar-Seußlitz, einen Eibweindorf zum Spargelessen. Am Abend gab es für Interessenten die Möglichkeit, der Semperoper einen Besuch abzustatten.
| 27 KB | In der Schauwerkstatt |
Donnerstag, 8.5.1997
Zum Hauptprogramm durften wir nun inzwischen über 400 Lange in Dresden Willkommen heißen. Auf dem Programm standen das alljährliche Kegel- bzw. Bowlingturnier, sowie die Europaratssitzung für alle Klubvorsitzenden und Interessenten. Im MEGADROM traf man sich dann zum Begrüßungsabend.
| 25 KB | Individuelle Gästebetreuung |
Freitag, 9.5.1997
An diesem Tag musste der Ablauf mit neun Bussen organisiert werden. Auf der Fahrt zur Festung Königstein kam jeder sogar in den Genuss von einem Stück sächsischer Eierschecke. Auf der Festung gab es Führungen unter der Leitung von gut geschulten Dresdner Mitgliedern. Die Ausgabe von über 400 Portionen Kartoffelsuppe mit Würstchen war zeitlich prima organisiert. Nachdem wir alle wieder vollzählig in die Busse bekommen haben, ging es quer durch Dresden in Richtung Moritzburg. Hier erwartete uns eine Pferdevorführung. Die Heimreise erfolgte diesmal mit der Kleinbahn über Radebeul.
Samstag, 10.5.1997
Am vorletzten Tag stand Dresden im Mittelpunkt. Dresdner Mitglieder hatten angeboten, interessierten Europatreffenteilnehmern kleine Stadtführungen anzubieten. Dieses Angebot wurde auch von einer Vielzahl in Anspruch genommen.
Höhepunkt des Europatreffens war der Galaball im Dre-Punct. Wir erwarteten über 500 Gäste. Eröffnet wurde der Abend von August dem Starken und Gräfin Cosel. Den Ball eröffneten Maik und Peggy H.. Gefeiert wurde bis in die frühen Morgenstunden.
| 29 KB | Große Leute haben immer Hunger, so wie hier beim Bummel durch Dresden | |
| 42 KB | Der größte Sachse mit der sächsischen Fahne |
Sonntag, 11.5.1997
Der Tag des Abschieds war gekommen. Man traf sich noch einmal im Dresdner Ratskeller, um Adressen zu tauschen und Adieu zu sagen.
Und wer wissen möchte, ob sich ein Besuch in Dresden lohnt, der soll nur einen der vielen Gäste des Dresdner Europatreffens fragen.
Lydia Friedrich